Bloggen? Warum überhaupt?

Einem Nichtbeteiligten die Faszination am Bloggen zu erklären,ist  denkbar schwierig. Meistens hört man abfällige Kommentare oder erntet  skeptische Blicke, wenn man das Wort "Blog" auch nur in einem Nebensatz  erwähnt. Unbeteiligte, die meinen Blog lesen, gibt es natürlich kaum. Sonst wären sie ja keine Unbeteiligten mehr. Trotzdem möchte ich hier kurz ein paar Meinungen zum Bloggen an sich formulieren. Dabei muss ich natürlich zugeben, dass mich hier vor allem auch eure Meinung dazu interessiert. Und ein bisschen ins leere geschossene Rechtfertigung ist es wohl zugegebenermaßen auch *g*








via

Zeit                                                                                                                                                                     
Das Erstellen eines Postings dauert im Regelfall zwischen 5 und 30 Minuten, wobei Bildbearbeitung (Größe, Zurechtschneiden, etwaiger Balken etc.) und zwischenzeitliches Forumieren und Surfen mitinbegriffen sind.
Das, was ich schreibe, geht spontan von der Hand und ist weder vorformuliert, noch besonders strukturiert, wie man vermutlich auch ohne diese Worte bemerkt haben dürfte. Flüchtigkeitsfehler in Wort und Grammatik (ich springe gedanklich gerne, sodass der erste Teil des Satzes manchmal mit dem zweiten nicht gerade im Einklang steht) bessere ich zumeist 10 Minuten nach dem Posten aus.
Neben dem Posten steht ab und an die Blogpflege und Kommunikation auf dem Plan. Das heißt Kommentare beantworten, vielleicht etwas am Layout ändern oder eMails beantworten. Das bedeutet weitere 15 Minuten.
Das Bloggen an sich frisst täglich also ungefähr 45 Minuten meiner natürlich überaus kostbaren Zeit.
Das entspricht einer Serienepisode, einer Runde Joggen oder einer kurzen Runde Videospiel.
Wenn man bedenkt, dass einige Mitmenschen den ganzen Abend lang Online-Rollenspiele spielen(die ich allerdings auch spiele, allerdings selten im moment ;) ), den Nachmittag vor dem Fernseher verbringen oder den Morgen nasepopelnd auf dem Klo sitzen, wird deutlich, dass Bloggen nicht mehr Zeit beansprucht als viele andere Hobbies. Das Argument "So viel Zeit hätte ich gar nicht" zieht also nicht. Hier wäre "Bloggen macht mir keinen Spaß" eigentlichpassender. Das bringt uns zum nächsten Punkt, der da wäre:

Spaßfaktor                                                                                                                                                          
Ich  persönlich liebe das geschriebene Wort, liebe es, damit zu jonglieren  und Neues zu erschaffen. Das war "schon immer" so; bereits mit 8 Jahren  brachte ich erste erdachte Geschichten zu Papier, kritzelte Portraits  der Charaktere dazu an den Seitenrand und schmierte einen Tag später mit  einem dicken roten Stift in dem Skript herum bis ich zufrieden war und  der Text nur noch 50, statt 100 Fehler aufwies.
Mit 14 oder 15  schrieb ich meine letzten Zeilen zu einer dieser Geschichten, wobei die  längste immerhin 130 Seiten in der Schriftgröße 10 misst. Leider fehlt  mir die nötige Disziplin und das Durchhaltevermögen, um irgendeine  dieser Geschichten zum Ende zu bringen oder überhaupt wieder eine neue  anzufangen. Dabei habe ich wahnsinnig viele Ideen, die Charaktere stehen  schon seit längerem und selbst den Titel (den ich hier natürlich nicht  nennen werde. Das ist wie mit Kindernamen. Und in einem Jahr steht dann  ein fremder Roman mit "meinem" Titel in den Bücherregalen und streckt  mir das Lesezeichen raus. Jaja.) habe ich bereits im Kopf.
Ein  Blog wie dieser ist eine Alternative. Zwanglos schreiben, wann und wie  ich will, aber dennoch irgendwie mit System. Kurze Texte, etwas längere  Texte, Textschnippsel oder Rezensionen. Oder einfach nur ein knappes  "via" unter ein in den Weiten des Netzes gefundenes Bild.
Nun schreibe ich hier weniger Romane, sondern kurze Episoden oder Reviews. Ob die überhaupt jemand liest? Wen interessiert die Meinung eines Fremden?
Das ist mir egal. Ich schreibe um des Schreibens Willen, um mir die Zeit mit Dingen zu vertreiben, die ich mag. Die Auseinandersetzung mit kürzlich gesehenen Filmen oder die schemenhafte Darstellung kurzer Schnippsel aus meinem Leben macht mir Spaß.
Natürlich würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass es mir auch so viel Spaß machen würde, wenn ich gar keine Leser hätte oder nur solche, die nichts kommentieren. Ich würde mich fühlen wie in einem leeren Raum, vor einem Podest stehend und Referate an die leeren Stühle richtend. Ein wenig tröstliches Bild.
Der Austausch mit ähnlich Interessierten ist hierbei sehr wichtig. Es ist eine andere Form als die Diskussion mit Freunden am Wohnzimmertisch, wo sich der Kreis wieder zum geschriebenem Wort hin schließt.
Der Blog ist mein kleines kreatives Baby, mein Sammelsurium an eigenen Texten oder Bildern, kombiniert mit den Ideen anderer Leute. Ich mag ihn. Ich blättere ab und zu zurück und schmunzle über meine damalige Ausdrucksweise und meinen doofen Schreibstil.
Hinzu kommt, dass ich durch das Bloggen Dinge erfahren/gemacht/bekommen habe, die ohne das Bloggen nicht möglich gewesen wären. Und ich bin wirklich gespannt, was noch daraus wird.
In eine peinliche Ecke lasse ich mich nicht drängen und ich bin es leid, aufgrund meiner Bloggerei in eine Schublade gesteckt zu werden.

Weiterempfehlen?                                                                                                                                                
Jedem, dem es in den Fingern juckt auch einen Blog zu starten, kann ich es nur empfehlen. Man ist so frei was Layout und Inhalte betrifft, sodass fast jede Idee umgesetzt werden kann und man seine Kreativität in rechtlichem Maße ausleben kann.
Den Blog kann man jederzeit wieder löschen, auf Eis legen oder für zwei Cent an Horst Müller verkaufen.
Man kann schreiben, Tips geben und entgegennehmen. manchmal dient der Blog auch als Motivator, etwa in Sachen Kunst. 
Vielleicht kann man mit einem eigenen Blog die verrückten Blogger besser verstehen. Oder man fühlt sich in seiner Blogabneigung bestätigt ;)

Und andere Blogs?                                                                                                                                            
Andere Blogs lese ich. Wann? Mir muss der oder die Verfasser sympathisch sein, sonst kann ich mir auch Zeitschriften kaufen oder mir irgendwelche Newsseiten ansehen. Da kann der Content noch so toll sein, aber der Blogger hinter dem Blog ist mir da "wichtiger". Schließlich ist das, was den Blog als solchen ausmacht, das Persönliche. Sowohl die Persönlichkeit, die Leben in die Texte einhaucht, als auch das Feedback, was man geben kann und was zB. Foodblogs von Rezeptzeitschriften unterscheidet. Man kann konkret kritisieren oder loben und in das Geschehen eingreifen.
Das Leben eines anderen Bloggers interessiert manche auf solche Weise, wie auch Soaps funktionieren. Ich persönlich lese kaum Personal Blogs, aber die paar, die ich lese, mag ich wirklich sehr, wobei ich nicht den Eindruck habe, dadurch zu sehr zu stalken. ;) Die entsprechenden Bloggerinnen dahinter sind mir auch überaus sympathisch, was bei einem Personal Blog noch eine Ecke wichtiger ist als bei einem x-beliebigen anderen Blog.
Da mir Kreativität und eigener Content bei Blogs wichtig ist, lese ich auch fast ausschließlich solche, die sich nicht nur mit fremden Federn schmücken.

5 Zeugenaussagen:

Zeitwolf hat gesagt…

dein Header ist scary! O_O
(danke auch fürs Vorbeischauen bei mir :D)

Anonym hat gesagt…

Ich bin Rainbowdash und Tina is' Twighlight Sparkle!

Gruß,

Tils

Zeitzeugin / Wortgezeiten hat gesagt…

Ihr seid ja süß *g*

Fatja hat gesagt…

Das hast du wunderbar zusammen gefasst. Das werd ich das nächste Mal, wenn mich wieder Jemand entrüstet fragt, wozu bloggen gut sein soll und wer sowas denn liest, zeigen. :-)

Stefan hat gesagt…

Definitv zitierenswert, wenn die Frage kommt "Bloggnwassndaswozusndasgutwasbringtdirdas"?

:-) ♥

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